Schreibkurs Einleitung

Willkommen zu meinem Kurs im kreativen Schreiben. In diesem Kurs möchte ich meine eigenen Erfahrungen mit dem Schreiben teilen.

Manchmal fliegen einem die Ideen nur so zu. Die Worte fließen aus einem heraus. Das Schreiben funktioniert mühelos, ohne Anstrengung und fast automatisch. Das sind dann oft auch besonders schöne Texte. Das ist ein Glücksfall Aber viel öfter muss man sich einen Text erarbeiten. Ich will hier einige Wege zeigen, wie man das machen kann.

1. Impulse führen zu Ideen

Ideen kommen nicht aus dem Nichts. Man kann fast immer einen Impuls feststellen. Man schaut zum Beispiel aus dem Fenster und sieht etwas, das eine Idee anstößt. In diesem Kurs stelle ich für jedes der Themen eine Reihe Impulse zur Verfügung, die helfen sollen, eigene Ideen zu entwickeln. Wichtig bei allen ist freies Assoziieren.

 

Symbolik: Viele Begriffe haben eine symbolische Bedeutung. Zum Beispiel steht das Herz für Liebe oder Zuneigung. Der Vorteil von Begriffen mit symbolischer Bedeutung ist, dass man sie gut in Texten verwenden kann. Denn viele Menschen teilen die Bildsprache schon und die Metapher lässt sich besser entschlüsseln.

Beispiel: Die Taube steht für den Frieden. Wenn man also ausdrücken möchte, dass dem Streben nach Frieden nicht genug Beachtung geschenkt wird, könnte man sagen:
Der Taubenruf verhallt ungehört.

Namen und Wörter: Einfach eine Liste mit Wörtern oder ein Wortschatz können einen durch Assoziieren auf eine gute Idee Bild bringen. Gerade ungewöhnliche Namen, zum Beispiel Tiernamen, können da sehr fruchtbar sein. Auch die Schnipseltechnik kann einen guten Einstieg bieten.

Beispiel: Das Seeohr ist eine Schnecke. Aus den beiden Bestandteilen „See“ und „Ohr“ kann man ein Bild zusammenfügen. Zum Beispiel zum Thema Rückzug oder Schüchternheit:
Das Seeohr lauscht den Stimmen der Brandung.
im Schutz seine Schneckenhauses.

Bilder und Gegenstände: Durch eine einfache Bildbeschreibung in lyrischen Worten oder durch die Beschreibung eines Gegenstandes können schöne Texte entstehen.  Oder mache einen Spaziergang und beschreibe was du hörst, siehst, fühlst und riechst.

Beispiel: Nehmen wir da Vincis Mona Lisa. Sie ist berühmt für ihr Lächeln:

Ein Lächeln huscht über das Gesicht,
so scheu, dass nur
ein Augenzwinkern es einfangen kann.

Stilmittel: Meist verwenden wir Stilmittel unbewusst. Aber wenn man sich vornimmt, ein bestimmtes Stilmittel zu benutzen, kann das zu neuen Ideen führen und den Text interessanter machen.

Beispiel: Synästhesie ist ein Stilmittel, bei dem verschiedene Sinne vermischt werden. Hier Sehen und Hören. Zugleich enthält unser Beispiel eine Personifikation. Thema ist „Gewalttat“.
Die Farbe des Blutes schreit Mord.

Recherche: Selbstverständlich kann auch eine mehr oder weniger intensive Recherche zu einem Thema neue Ideen liefern. Dabei kann man von Wiikipedia bis zu Akten aus dem Archiv verschiedene Quellen wählen.

Beispiel: Nehmen wir an, der Text soll von Narren handeln. Dann kann eine schnelle Recherche zu Attributen und Geschichte der Narren nützliche Ideen liefern. Wir erfahren, dass eines der Attribute des Narren die Marotte ist. Sie entwickelte sich aus der Keule:. (Nehmen wir noch hinzu, dass Marotte auch Schrulle meinen kann und „on the nose“ im Englischen für „exakt richtig“ und „wenig subtil“ steht.)

Der Spott der Marotte trifft
mitten auf die Nasenspitze.

Das innere Erleben: Ich versuche meist, mit Worten zu malen. Ich horche in mich hinein und lasse innere Bilder in mir aufsteigen, die ich dann einfach beschreibe. Wichtig ist ein Zustand der Entspannung. Man kann das eigene Unbewusste aber auch mit zum Beispiel Automatischem Schreiben anzapfen.

2. Überlegungen zum kreativen Prozess

Man kann aber auch einiges dafür tun, in den „flow“ zu kommen, wo einem das kreative Arbeiten leichter fällt, man viele Ideen hat und gute Ergebnisse entstehen.

Regelmäßigkeit: Meine Erfahrung mit dem kreativen Prozess hat mir gezeigt: Kunst lebt vor allem von Regelmäßigkeit. Man sollte sich angewöhnen regelmäßig kreativ zu sein. Jahrelang habe ich mich selbst blockiert, weil ich überzeugt war, man müsse in einer besonderen kreativen Stimmung sein. Das ist nicht richtig. Man muss einfach etwas tun. Egal ob man gerade schwer depressiv ist oder bester Laune. Man kann in jeder Stimmung gute Kunst machen.

Nicht bewerten: Dieses Bewerten sollte man sich für einen späteren Zeitpunkt aufsparen. Wenn man schon während des schöpferischen Prozess anfängt zu bewerten, blockiert man sich schnell. Lasse deine Texte einen Tag, eine Woche liegen, bevor du versuchst sie einzuschätzen. Stelle den kreativen Prozess selbst in den Vordergrund, nicht das Ergebnis. Sei einfach kreativ der Kreativität wegen und belaste dich nicht mit Bewertungen.

Ideen wertschätzen: Am besten ist, man hat immer ein kleines Notizbuch oder Papier und Kuli dabei. Einfälle dann sofort notieren. Meine Erfahrung ist, dass, wenn man Ideen Beachtung schenkt, immer mehr neue nachkommen. Notiert man die Ideen nicht, sondern schiebt sie weg, versiegt der Strom der Kreativität wieder.

Nicht alles ein Meisterwerk: Kunst machen bedeutet möglichst viel an die Wand zu werfen und zu schauen, was kleben bleibt.Man zeichnet 10 Bilder, schreibt eine Handvoll Gedichte und dann ist mit Glück eines dabei, das richtig gut ist. Man braucht sowieso meist zeitlichen Abstand, um zu sehen, was den Test der Zeit besteht und wirklich gut war.

3. Aufbau des Kurses

In den ersten 5 Teilen des Kurses werden in der Einleitung grundlegende Schreibtechniken gezeigt.

  • Schreibprozess

  • Wortschatz

  • Bildebene und Sinnebene

  • Wortneuschöpfungen

  • Reime

Jede Schreibübung hat ein inhaltliches Thema, zum Beispiel Tiere.
Zu diesem Thema gibt es dann folgende Angebote:

  • Einleitung

  • Schreibübung

  • Beispielgedichte anderer Autoren

  • Wortschatz

  • Symbolik

  • Stilmittel

  • Hilfsmittel (zum Beispiel nützliche Links)

  • Den Abschluss bildet die „exemplarische Vorgehensweise“, wo ich die Impulse, das Stilmittel und das Thema in einem Beispieltext Schritt für Schritt zusammenführe.

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